Colder / Jours Blancs

Fotografien von Thomas Flechtner / François Schaer Finissage 12. März 2016

Schnee. Alles Laute ist plötzlich leise gestellt, kein Verkehrslärm mehr in den Städten, und in den Bergen hört man das «Taktak» der Skilifte durch die Schneeluft gedämpft. Schnee – und die Landschaft ist in eine Grafik verwandelt. Schnee – und plötzlich ist Abstraktion ganz real, ebenso verspielt und schön wie unerbittlich und streng. Diese Ausstellung ist mit Thomas Flechtners Serie «Colder» und François Schaers Arbeit «Jours blancs» der Schneelandschaft, dem Schneelicht, den Schneefarben gewidmet: ihrem Zauber, ihrem Geheimnis, ihrer grossen ästhetischen Kraft.
Nadine Olonetzky

 

 

COLDER – THOMAS FLECHTNER

 

Thomas Flechtner, 1961 in Winterthur geboren und an der Ecole de photographie de Vevey ausgebildet, lebte ab 1997 einige Jahre in La Sagne, unweit von La Chaux de Fonds.

In «Colder», von 1996 bis 2000 in und um La Chaux de Fonds entstanden und 2001 in seinem Buch «Snow» (Lars Müller Publishers) publiziert, ist es kalt – nein: kälter –, und es ist Nacht. Aber der Schnee, der auf Dächern und Autos mächtige Hauben bildet, reflektiert das kühle Licht der Strassenbeleuchtung und das warme Licht, das aus Schaufenstern und Woh- nungen fällt. Farben entstehen so, wie sie sonst nicht zu sehen sind. Einsam ist der Betrachter in diesen menschenleeren Strassen, denkt sich als Figur aus Edward Hoppers Bildern. Doch man ist von einem Zauber erfasst, der nur um diese Tages- und diese Jahreszeit zu haben ist, von einer Magie, die es zu entdecken gilt.
Nadine Olonetzky 

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FRANÇOIS SCHAER – JOURS BLANCS

 

François Schaer, 1967 in Genf geboren, interessiert sich für die Anwesenheit des Menschen in Berglandschaften. Pisten, Zäune, Pfosten, Lawinenbarrieren, Liftanlagen, Berghütten: die Zeichen menschlichen Eingreifens sind nicht zu übersehen.

«Schneebedeckte Berge und nebliger Schleier bilden das Weiss der Leinwand. Darauf werden Tupfer gesetzt: blau, gelb, rot – die typischen Farben des Wintersports beleben die Leere der Gipfelwelt. Die wenigen farbigen Formen stechen aus der Uniformität des Weiss heraus. Die Zähmung der Natur durch die Skiindustrie wird paradoxerweise durch die Romantik des Fotografen noch unterstrichen: Schaer zeigt die Erhabenheit der Berg- landschaft aber durchsetzt sie mit den Zeichen der zivilisierten Welt. So gleiten die Bilder von einer Welt in die andere und erzeugen ein ästhetisches, zeitloses Ganzes.»
Pauline Martin, Kuratorin Musée de l’Elysée 

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