Fred Mayer
Zürcher Panoptikum

 

 

Doppelausstellung mit Willy Spiller: 

Vernissage 28. März

 

 

Fred Mayer ist einer der wichtigsten Fotoreporter der Schweiz. Er wurde 1933 in Luzern geboren, wo er die Fotografenlehre bei Otto Pfeifer in Luzern absolvierte. 



 

1950 zog er nach Zürich, wo er für sechs Jahre als Pressefotograf für Agenturen wie ATP, DPA, AFP und UPI tätig war. 1956 heiratete Fred Mayer die Keystone Fotografin Ilse Günther und begann, als freischaffender Fotograf für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in der Schweiz zu arbeiten, darunter die Neue Zürcher Zeitung, Schweizer Illustrierte und Die Woche. 



 

1965 folgte der erste Auftrag von Magnum Photos in Paris für Paris Match und The Observer: eine Reportage über Präsident Sukarno in Indonesien. Fred Mayer arbeitete danach mehr als 40 Jahre lang regelmässig für Magnum Photos als korrespondierendes Mitglied. Neben der langjährigen Tätigkeit für die Schweizer und internationale Presse, widmete sich Fred Mayer auch eigenen freien Projekten und publizierte zusammen mit seiner Frau über dreissig Bücher, u.a. über den Vatikan, die russisch-orthodoxe Kirche in Russland, über Sibirien, das Japanische Theater und die Chinesische Oper. 



 

Persönlichkeiten wie Sophia Loren, Louis Armstrong, Duke Ellington, Indira Gandhi, Dalai Lama und König Hussein standen vor seiner Kamera. Kriegsreportagen aus Vietnam und Afghanistan, das Innerste des Vatikans, Walfang in Sibirien oder Kosmonauten der sowjetischen Raumfahrt sind nur einige Stationen auf seiner grossen fotografischen Reise. 2006 bekam Fred Mayer den Lifetime Award and Honorary Membership von den Mitgliedern der Swiss Professional Photographers Association verliehen.


«Jeder Reporter hat den Wunsch, einmal die Ereignisse zu sich zu bitten: Im Falle von Fred Mayer bedeutet dies, das Atelier des Malers Aja Iskander-Schmidlin in Zürich zu beziehen. Und nun dorthin bitten, was aufgenommen werden soll. Ein Panoptikum an Gesichtern, Gesten und Haltungen entsteht. (...) Der Fotograf brauchte einen neutralen Hintergrund: einen Hintergrund von jener Neutralität, die aus uns immer bessere Menschen gemacht hat. Einen einzigen unteilbaren Hintergrund für Schriftsteller, Anwalt und Verkäuferin, einen Hintergund, auf dem nichts steht, kein Konto, keine Zunft und keine Gewerkschaft, einen Hintergrund der gleichen Voraussetzung.»
Zitat von Hugo Loetscher (in: NZZ, März 1972)

 

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