Philipp Keel – Splash

Vernissage und Book Launch: Donnerstag 6. Juli ab 18.30 Uhr. Dauer der Ausstellung bis 19. August 2017

GASTREDNER AN DER VERNISSAGE: GERHARD STEIDL (VERLEGER) UND TOBIA BEZZOLA (DIREKTOR DES MUSEUM FOLKWANG)

 

 

Philipp Keel lässt sich vom Zauber eines flüchtigen Augenblicks überraschen und hält fest, was er sieht: Zufälliges, Alltägliches. Es geht ihm dabei nicht darum, die Realität abzubilden, sondern sie durch Verfremdung oder Reduktion bewusst zu verändern. Man muss genau hinschauen, denn das scheinbar Normale wird in Philipp Keels Bildern verrückt. Während ein Bild in wenigen Augenblicken entsteht, dauert die Bildbearbeitung im Labor Monate, zuweilen sogar länger als ein Jahr. Philipp Keel widmet sich diesem Prozess mit Experimentierlust und an Fanatismus grenzender Akribie. Dabei verdichtet er Farben und Formen in einer Art, die das Alltägliche abstrahiert. Auf dem Wasser schwimmende Blätter werfen Schatten, weisse Frauenbeine eingetaucht in einem Pool, die flirrende Hitze der Sierra Nevada vor dem Autofenster, ein leuchtendes Riesenrad vibriert vor unseren Augen: Die Arbeit von Philipp Keel ist voller Poesie – schön und fremd zugleich.

 

«Philipp Keels Arbeiten ›Splash‹ zirkeln um eine Disziplin der Bildfindung, die in der malerischen Tradition ihren Ursprung findet. Verwischen oder auswischen, entfärben oder verfärben, doublieren und iterieren, verzerren, verwackeln, verspiegeln und übereinander drucken. Subjektive Fotografie eines skeptischen Subjekts, könnte man sagen; doch nicht im Stilwillen der Abstraktion wird hier Geschlossenheit erstrebt, sondern in der radikalen Bildskepsis eines rastlosen melancholischen Skeptikers – Bilder gebrochen im Wasser, gebrochen im Spiegel und letztlich gebrochen im Fotografischen.»

Tobia Bezzola, Direktor des Museum Folkwang, Essen (aus dem Text «Shadows in Color» im Bildband «Splash», Steidl 2017)

 

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