Willy Spiller
Zürich 1967–1976

 

Doppelausstellung mit Fred Mayer: 

Vernissage 28. März

 

 

Willy Spiller (*1947, Zürich) hat sich als Fotoreporter international einen Namen gemacht. 1968 schliesst er die Fotofachklasse an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (ZHDK) ab. Anschliessend folgen ausgedehnte Aufenthalte in Mailand und sechs Jahre in New York. Als Bildjournalist und freischaffender Fotograf arbeitet er seit 45 Jahren im Auftrag von weltweit führenden Zeitungen, Magazinen, Agenturen und für internationale Unternehmen. Mit eigenständiger künstlerischer Handschrift und präzisem Blick dokumentiert er schweizerische und internationale Persönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Für seine Aus- und Inlandsreportagen wird er mehrfach ausgezeichnet.




«Regelmässig habe ich bemerkt, dass sein Herz sich öffnete, wenn wir am Rande der ordentlichen Gesellschaft arbeiteten, in den Grauzonen urbanen Zusammenlebens, im Zwielicht, wo gängige Moralvorstellungen ausgeweitet, verdrängt oder auf den Kopf gestellt sind», so der Journalist Stephan Bosch in einem Portrait über Spiller. Oder wie es der Schriftsteller Paul Nizon formuliert: «Spiller fotografiert mit unverblümtem, lebensfrischem und packendem Blick, ein Gemisch aus schamloser Neugier und schurkischer Komplizität, aber auch brüderlicher Kompassion».
«Willy hat den gesellschaftlichen Wechsel der Wahrnehmung selber wahrgenommen und abgebildet, sichtbar gemacht. Das fotografische Dokument ist hier weit mehr als reine Evidenz eines kollektiven Umdenkens. Es unternimmt selber diesen Perspektivenwechsel und bezieht Position für eine neue Sicht, für das Neusehen im Allgemeinen, ohne Partei zu ergreifen. ‹Es kommt nicht drauf an, was man anschaut, sondern was man sieht›, sagt Willy. Pissoirs, Vagabunden und Ganoven, Revolutionäre, Gastarbeiter und Einwanderer neben braven Staatsbürgern. Viele Künstler und Aussenseiter. Alle zusammen hat Willy gesehen. Und sie haben zurück geschaut.» 
Carlo Spiller

 

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