Paul Cupido (*1972, NL)

Cupidos Arbeit beschäftigt sich mit der Suche nach innerem Frieden, im Wissen, dass auf Stille in der Regel auch wieder Aufruhr folgt. Aus den Paradoxien des Innenlebens sucht Cupido nach Schönheit im Flüchtigen. Seine ineinandergreifenden Produktionsprozesse formen den vielseitigen Zugang des Künstlers zur Fotografie und anderen Medien.

 


Paul Cupido (*1977, NL) schloss sein Studium an der Fotoacademie Amsterdam 2017 mit dem Multimedia-Projekt «Searching for Mu» ab. Im gleichen Jahr wurde er beim Belfast Photo Festival mit einem Künstleraufenthalt und in Japan mit der Hariban Jurors' Choice ausgezeichnet. Das GUP-Magazin publizierte seine Arbeit in ihrer Ausgabe zum «New Dutch Talent 2018». Paul Cupido wird an der kommenden Photo London zusammen mit Albarrán Cabrera in einer Doppelausstellung, im Juni an der Photo Basel in einer Einzelpräsentation gezeigt werden. Im Mai 2019 erscheinen die beiden Bücher «Éphémère» und «Continuum», darüber hinaus arbeitet Cupido mit der Designerin Esther Drop an einer Publikation über sein Serie «Amazônia».

 


«Ich bin auf Terschelling geboren, einer kleinen holländischen Insel, auf der die Natur und die Elemente regieren. Als ich ein Kind war, lebte die lokale Bevölkerung noch weitgehend einen Lebensstil, der auf dem beruhte, was die Natur zu bieten hatte: wir lebten von einheimischen Lebensmitteln und sammelten die Dinge ein, die an Land gespült wurden. Unsere Lebensweise war stark vom Zyklus und Rhythmus der Jahreszeiten, den Gezeiten und den Mondphasen geprägt. 
Meine Erfahrung und meine Erinnerungen an das Leben auf der Insel (ich bin vor langer Zeit weggezogen) wird durch die aus der Quantenphysik stammende Vorstellung ergänzt, dass Nichts «fest» oder «solide» ist, was wiederum meinen Glauben bestärkt, dass wir als Menschen eng mit der Natur verwoben sind.
Ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist das, was ich «Aufschichtung von Erinnerungen» nenne. Denken Sie an Ihre glückliche Kindheit, das Erwachen der Jugend, Freundschaften und die erste Liebe ... an Fehler, Wachstum und schließlich den Tod. Ereignisse im Leben hinterlassen Spuren in unseren Erinnerungen, die irgendwann ebenfalls verblassen und zuweilen ganz verschwinden. Die Vergänglichkeit des Lebens ist unvermeidlich. Die Pflege oder der (Wieder-)Aufbau einer Beziehung zur Natur kann tröstlich sein, und dies möchte ich mit meinen Bildern sichtbar machen.»

Paul Cupido, 2018


«Surrounded by the endlessly rich and complex organism that is the Amazon, I began to reconnect with a more primal life balance, and appreciate ever more strongly that everything is connected and interdependent. I started to play freely again like a child, or a Homo Ludens. In the moonlight I photographed a balloon, which became a symbol for the moon, balancing at the tipping point of the earth's demise.
Back home, distressed by news of growing threats to the Amazon, I felt compelled to mirror those stories by inflicting similar violence on my photographs, cutting and burning through my images, and dousing them with black ink. The works from the series «Amazonia» are part of an ongoing visual study, exploring the destructive Anthropocene age, and the search for solace in primal experiences.»

Paul Cupido, Project «Amazonia»