Willy Spiller

 

 

DIE WERKE VON WILLY SPILLER SIND AUCH NACH DER AUSSTELLUNG ERHÄLTLICH.

 

 


Willy Spiller (*1947, Zürich) hat sich als Fotoreporter einen Namen gemacht. 1968 schliesst er die Fotofachklasse an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (ZHDK) ab. Anschliessend folgen ausgedehnte Aufenthalte in Mailand und sechs Jahre in New York.


 

Als Bildjournalist und freischaffender Fotograf arbeitet er seit 45 Jahren im Auftrag von weltweit führenden Zeitungen, Magazinen, Agenturen und für internationale Unternehmen. Mit eigenständiger künstlerischer Handschrift und präzisem Blick dokumentiert er schweizerische und internationale Persönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und gleichermassen die Schweiz. Für seine Ausland- und Inlandreportagen wird er mehrfach ausgezeichnet.



Sein vielfältiges Wirken umfasst Kunstfotografie, Bildjournalismus, Unternehmensfotografie und experimentelle Filme. Gerade diese Verschmelzung der Genres ist die grosse Qualität seiner Arbeit, seiner Haltung als Bildermacher. Seine Neugier gilt der Veränderung, seien es gesellschaftliche Umbrüche oder solche der Ästhetik und er wagt es immer wieder auszubrechen aus der fotografischen Norm. Mit seiner Suche nach einer subjektiven Wahrheit - oft geht es dabei um Macht und Ohnmacht - verhilft Spiller der Dokumentarfotografie zu einem eigenen Stellenwert im aktuellen Kunstdiskurs. Während vieler Jahre reist Spiller durch die Welt, unterwegs mit Freunden aus Literatur und Kunst.

Willy Spiller lebt in Zürich.

 

»Ich habe mich oft gefragt, was Willy Spillers Fotografie so unverblümt und lebensfrisch, so packend erscheinen lässt, noch aus langjährigem Abstand. Ich glaube, es ist ein Gemisch aus schamloser Neugier und schurkischer Komplizität, aber auch brüderlicher Kompassion. Spiller ist der Inbegriff des Kopfjägers, will sagen, er ist der menschlichen Komödie oder besser Tragikkomödie auf der Spur, immer von der Frage geleitet, wie sie es bloss schaffen, sich durchzumogeln und durchzubeissen durch den Jahrmarkt des Lebens (das Jammertal), die Kleinen und Grossen, die Blender und Dulder, die Opfer, die Stars mit den falschen Zähnen, die LEUTE. Ja, wie schaffen sie es nur, und wie bringt er es fertig, ihnen das Lächeln zu entlocken, das Funkeln von Mut und Übermut, von Schönheit, wenn nicht den Glanz? Man muss es in sich haben, man muss es kennen aus eigener Erfahrung und aus den Lehren der Literatur und Kunst. Das kann man an keiner Schule lernen, es ist eine Sache des Formats, der Veranlagung, letztlich eine Charaktersache. Willy Spiller ist ein hinter Haudegen- und Ganovenallüren versteckter Lebensträumer, auch Schönheitshungriger; von da seine Parteinahme für das Humane, was nur ein verschämter Deckmantel ist für Menschenliebe. Das ist seine Optik, und sie ist von hochentwickelten künstlerischen Energien befeuert.

Spiller ist im Fotografenmilieu Zürichs blutjung als eine Art Wunderkind angetreten, mit der dazugehörigen Portion jungendlicher Frechheit; und er hat sich als Lokalreporter sehr schnell einen Namen gemacht. Er hat als Reporter die Welt bereist und verfügt über ein umfangreiches Werk, in welchem neben der "Strasse" - oder soll man sagen: der STADT? - die Künstler- und Dichterbegegnungen einen besonderen Raum einnehmen.«
Paul Nizon